
Ich bin in Mölln aufgewachsen, mit dem Fahrrad um den Schmalsee gefahren und kenne die Stadt seit über 20 Jahren – auch die Ecken, die kein Reiseführer kennt. Wenn Freunde aus Hamburg fragen, ob sich ein Wochenende in Mölln lohnt, sage ich immer dasselbe: Ja, aber nur, wenn Du weißt, wo Du hinmusst. Dieser Guide ist genau das – mein persönlicher Überblick über die Eulenspiegelstadt, ihre sieben Seen und die Frage, wann Du herkommen solltest.
Mölln trägt zwei Titel, die beide etwas über den Ort verraten. Als staatlich anerkannter Kneipp-Kurort im Kreis Herzogtum Lauenburg profitierst Du von einem besonders reizarmen, waldreichen Klima – deshalb der 40.000 m² große Kurpark mitten in der Stadt, mit Kneipp-Tretbecken und Kräutergarten. Und als Eulenspiegelstadt ist Mölln der Ort, an dem der legendäre Schalk Till Eulenspiegel der Überlieferung nach 1350 gestorben und begraben wurde. Diese Doppelrolle – Ruhe-Kurort und Schalksstadt – prägt bis heute das Stadtbild zwischen Fachwerk, Backsteinkirche und Seeufer.
Was Mölln von anderen Kurorten in Norddeutschland unterscheidet, ist die Lage direkt in der Möllner Seenkette, eingebettet in den Naturpark Lauenburgische Seen – den ältesten Naturpark Schleswig-Holsteins. Du hast Altstadt-Flair und Waldsee-Ruhe in derselben Postleitzahl, und beides ist zu Fuß erreichbar. Genau das ist der Unterschied zwischen einem Tagesausflug und einem Urlaub, der sich lohnt.
Dazu kommt die Größe der Stadt: Mölln hat knapp 19.000 Einwohner, die Altstadt ist in 20 Minuten zu Fuß komplett durchquert. Das bedeutet kurze Wege zwischen Ferienwohnung, Bäcker, See und Sehenswürdigkeit – ein Vorteil, den Du erst merkst, wenn Du ihn mit einem Städtetrip in einer Großstadt vergleichst, wo allein die Anfahrt zur nächsten Attraktion eine halbe Stunde frisst.
Von Hamburg aus brauchst Du etwa 45 Minuten über die A24 Richtung Berlin bis zur Abfahrt Mölln. Aus Lübeck kommst Du in ungefähr 30 Minuten über die B207. Mölln liegt also nah genug für ein spontanes Wochenende, aber weit genug draußen, um wirklich anzukommen.
Auch mit der Bahn ist die Stadt gut angebunden: Der Bahnhof Mölln liegt an der Strecke Lübeck–Lüneburg, aus Hamburg kommst Du meist mit einem Umstieg in Büchen. Vom Bahnhof zur Altstadt sind es rund 20 bis 25 Minuten zu Fuß, mit dem Taxi wenige Minuten. Die aktuelle Verbindung prüfst Du am besten auf bahn.de.
Wer mit dem Auto anreist: Parken in der Altstadt ist begrenzt, aber die meisten Ferienwohnungen – auch unsere – bieten kostenlose Stellplätze direkt am Haus. Vom Auto zur Kirche, zum See oder zum Café sind es dann nur noch Gehminuten.
Insider-Tipp: Wer aus Hamburg kommt und Stau auf der A24 vermeiden will, fährt freitags zwischen 15 und 18 Uhr besser über die B207 durch Lauenburg – dauert zehn Minuten länger, ist aber an Ferienwochenenden oft die entspanntere Route, weil der Freizeitverkehr Richtung Mecklenburg-Vorpommern auf der A24 bleibt.
Möllns Altstadt ist überschaubar, aber dicht an Geschichte. Das historische Rathaus am Markt ist ein gotischer Backsteinbau von 1373 und gilt als zweitältestes Rathaus Schleswig-Holsteins. Seit 1993 beherbergt es das Möllner Museum mit Stadtgeschichte von 1750 bis 1950 – kein Muss, aber ein guter Regentag-Programmpunkt.
Direkt darüber, auf dem Kirchberg mit Blick über den Stadtsee, thront die St.-Nicolai-Kirche. Der Backsteinbau stammt um 1220, im Inneren erwarten Dich eine Barockkanzel von 1742 und Wandmalereien aus dem 13. Jahrhundert. Von außen ist sie das Wahrzeichen, das Du aus fast jeder Ecke der Altstadt siehst.
Wenige Schritte weiter stehst Du am Eulenspiegel-Brunnen: 1950 vom Bildhauer Karlheinz Goedtke geschaffen, zum 600. Todestag des Schalks. Ein Brauch hat sich gehalten – wer gleichzeitig Daumen und Fußspitze der Bronzefigur berührt und sich etwas wünscht, dem soll Glück beschieden sein. Am Westportal der Nicolai-Kirche findest Du zudem das Eulenspiegel-Grab, einen Gedenkstein von etwa 1530, der laut Legende markiert, wo der Narr senkrecht bestattet wurde, weil der Sarg beim Herablassen kippte.
Für alle, die tiefer einsteigen wollen, lohnt sich das Eulenspiegel-Museum direkt an der Altstadt: geöffnet von Mai bis Oktober Mo–Fr 10–13 und 14–17 Uhr, Sa/So 11–17 Uhr, von November bis April mit kürzeren Zeiten. Eintritt für Erwachsene 4,50 €, für Kinder 2,50 € – aktuelle Zeiten und Preise findest Du auf eulenspiegel-museum.de.
Und dann ist da noch der Kurpark: 1966 vom Hamburger Landschaftsarchitekten Gustav Lüttge angelegt, mit Minigolf, Boule-Bahn, Kneipp-Anlage und Bühne für Freiluftveranstaltungen. Ein Spaziergang hier morgens vor dem Frühstück ist mein persönlicher Reset-Knopf.
Insider-Tipp: Der beste Blick auf die Nicolai-Kirche und den Stadtsee zusammen ist nicht von der Altstadt aus, sondern vom gegenüberliegenden Ufer am Ziegelsee-Weg. Die meisten Tagesbesucher gehen nie dorthin, weil es nicht ausgeschildert ist – für mich aber der schönste Fotopunkt der ganzen Stadt, besonders bei Abendlicht.
Der eigentliche Grund, warum Menschen mehrere Tage in Mölln bleiben, ist die Möllner Seenkette: sieben Seen, die durch den Hellbach verbunden sind und zusammen rund 135 Hektar Wasserfläche bilden – Drüsensee, Lütauer See, Schmalsee, Hegesee, Schulsee, Stadtsee und Ziegelsee. Alle liegen im Naturpark Lauenburgische Seen, dem ältesten Naturpark Schleswig-Holsteins.
Mein persönlicher Favorit ist der Schmalsee am östlichen Stadtrand – ein schmaler, von Buchenwald umgebener See, an dem Du oft das Ufer für Dich allein hast. Der Rundweg ist knapp 2,8 km lang und in etwa einer Stunde zu schaffen. Alle Details zu Wanderwegen, Badestellen und Parkplätzen findest Du in unserem ausführlichen Schmalsee-Guide.
Nicht Teil der offiziellen Seenkette, aber in derselben Landschaft, liegt der Pinnsee – ein kleiner, versteckter Waldsee in der Nähe des Lütauer Sees, der bei Wanderungen häufig mit auf der Route liegt.
Direkt am Schmalsee, keine zehn Gehminuten entfernt, liegt der Wildpark Uhlenkolk: 22 Hektar, rund 30 heimische Tierarten wie Wildschwein, Rothirsch und Luchs, freier Eintritt gegen Spende. Ein Spaziergang hier lässt sich hervorragend mit der Schmalsee-Runde kombinieren.
Für Wanderungen und Radtouren über die Seenkette hinaus lohnt ein Blick auf die Angebote des Naturparks – mehr dazu in unserem Artikel Naturpark Lauenburgische Seen: Der große Aktiv-Guide. Offizielle Tourenkarten und aktuelle Wegehinweise findest Du auf naturpark-lauenburgische-seen.de.
Wer länger unterwegs sein will: Der Naturpark bietet über 1.000 km markierte Radwege im gesamten Kreis Herzogtum Lauenburg, darunter die rund 26 km lange Runde um den benachbarten Ratzeburger See. Von Mölln aus ist das eine machbare Tagestour mit dem Rad, allerdings solltest Du für Hin- und Rückweg plus Pausen einen vollen Tag einplanen.
Insider-Tipp: Die Waldhalle am Nordufer des Schmalsees ist nicht nur Restaurant, sondern auch der ruhigste Ausgangspunkt für die Seenrunde – während der Parkplatz Uhlenkolk am Wochenende in der Hauptsaison schnell voll ist, findest Du an der Waldhalle fast immer einen Platz, auch samstags.
Der Wildpark Uhlenkolk ist der erste Programmpunkt, den ich Familien empfehle: kostenloser Eintritt, Spielplätze, ein Café und Tiere zum Anfassen-mit-den-Augen. Plane zwei bis drei Stunden ein, dann bleibt noch Zeit für den See.
Zum Baden mit Kindern ist das Luisenbad am Schulsee die beste Adresse – innenstadtnah, mit Sandstrand, Rutsche, flachem Nichtschwimmerbereich und Spielplatz direkt am Wasser. Die Wasserqualität ist seit Jahren EU-weit als „gut" eingestuft. Der Eintritt ist frei, bei schlechtem Wetter kann die Badestelle allerdings kurzfristig geschlossen werden.
Insider-Tipp: Am Schmalsee, wo es keine offizielle Badeaufsicht gibt, ist ausdrücklich auch eine Hundebadestelle ausgewiesen – praktisch, wenn Familie und Vierbeiner gemeinsam unterwegs sind.
Für Regentage bietet sich das Möllner Museum im historischen Rathaus an, ebenso das Eulenspiegel-Museum mit seinen anschaulichen Ausstellungsstücken rund um die Schwank-Geschichten. Beides ist kompakt genug, dass auch jüngere Kinder nicht die Geduld verlieren – rechne mit 45 bis 60 Minuten pro Museum.
Die Hauptsaison liegt zwischen Juni und August, wenn die Seen bei 20 bis 23 Grad Wassertemperatur zum Baden einladen und die Altstadt-Cafés bis abends Tische draußen stehen haben. Das ist auch die Zeit, in der Mölln am vollsten ist, besonders an Wochenenden und in den Schleswig-Holsteinischen Sommerferien.
Mein persönlicher Geheimtipp ist der Herbst, speziell die zweite Septemberhälfte und der Oktober: Die Buchenwälder rund um den Schmalsee färben sich, das Licht steht flach über dem Wasser, und Du triffst auf den Wanderwegen kaum jemanden. Wer es ruhig mag, bucht bewusst außerhalb der Sommerferien.
Das Frühjahr, vor allem Mai und Anfang Juni, ist meine zweite Empfehlung: Die Wälder sind frisch grün, die Wassertemperaturen liegen noch unter Badeniveau, aber die Wanderwege sind trocken und die Tage schon lang. Für aktive Gäste, die mehr wandern und radeln als baden wollen, ist das oft die angenehmste Zeit im Jahr.
Der Winter ist die Zeit für lange Spaziergänge im Kurpark und Kaminfeuer-Abende in der Ferienwohnung – die Seen frieren in kalten Wintern gelegentlich so weit zu, dass Schlittschuhlaufen möglich ist, was aber jedes Jahr neu von den Eisverhältnissen abhängt und nie garantiert werden sollte.
Für Deinen Aufenthalt haben wir zwei Ferienwohnungen in Mölln, beide fußläufig zur Altstadt und zur Seenkette. Die Ferienwohnung Sperling bietet auf 76 m² Platz für Familien, mit seitlichem Seeblick und Küche für längere Aufenthalte. Die Ferienwohnung Eisvogel hat direkten Seeblick, einen eigenen Balkon und Platz für bis zu 4 Gäste.
Bei uns bekommst Du bei Direktbuchung immer den besten Preis – ohne Portalgebühren, die bei Buchungsplattformen mit eingepreist sind. Dazu: Early Check-in ab 14 Uhr, Late Check-out bis 12 Uhr, kostenloses Parken direkt an der Wohnung und beide Unterkünfte sind hundefreundlich.
Alle Details zu Ausstattung, Fotos und Verfügbarkeit findest Du auf der Seite Ferienwohnungen. Direkt buchen kannst Du über unser Buchungssystem.
Mehr zu Anreise, Kurkarte und Reisezeit liest Du in unserem Artikel Anreise nach Mölln: Auto, Bahn & Kurkarte.
Ja, besonders für alle, die Natur und Altstadt-Flair kombinieren möchten. Mölln bietet sieben Seen direkt vor der Tür, eine kompakte, historische Altstadt mit Rathaus und Nicolai-Kirche und liegt trotzdem nur 45 Minuten von Hamburg entfernt. Für einen entspannten Kurzurlaub oder eine ruhige Auszeit ist das eine seltene Kombination.
Mit dem Auto erreichst Du Mölln von Hamburg in ca. 45 Minuten über die A24, von Lübeck in ca. 30 Minuten über die B207. Mit der Bahn liegt Mölln an der Strecke Lübeck–Lüneburg, aus Hamburg meist mit Umstieg in Büchen. Vom Bahnhof sind es etwa 20 Minuten zu Fuß in die Altstadt.
An einem Tag schaffst Du die Altstadt mit Rathaus, Nicolai-Kirche und Eulenspiegel-Brunnen, dazu eine Runde um den Schmalsee oder Schulsee und einen Abstecher in den Wildpark Uhlenkolk. Wer mehr Ruhe will, verbindet Altstadt-Bummel mit einer Kaffeepause im Kurpark statt einem vollen Programm.
Ja, Mölln eignet sich gut für Familien. Der kostenlose Wildpark Uhlenkolk, die bewachte Badestelle Luisenbad mit Rutsche und Spielplatz sowie flache, kurze Wanderwege um die Seen machen die Stadt kinderfreundlich, ohne dass lange Anfahrten zu einzelnen Attraktionen nötig sind.
Ja, an mehreren Seen der Möllner Seenkette. Offiziell überwacht und mit Infrastruktur ausgestattet ist das Luisenbad am Schulsee. Am Schmalsee gibt es natürliche, unbewachte Uferzugänge sowie eine ausgewiesene Hundebadestelle. Die Wassertemperatur liegt im Hochsommer bei 20 bis 23 Grad.
Die Hauptsaison Juni bis August eignet sich am besten zum Baden, ist aber auch am vollsten. Für ruhige Wanderungen und Herbstfarben an den Seen empfehle ich September und Oktober als Geheimtipp-Reisezeit. Der Winter passt zu Spaziergängen im Kurpark und gemütlichen Tagen in der Ferienwohnung.